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Geschmeidigkeit und Aufspannung des Reiters - oder: Schreiten Sie schon oder schlurfen Sie noch?

 

 

Sei es Schwung, Federkraft, Versammlung oder Dehnungshaltung, immer ist Geschmeidigkeit und positive Spannkraft mit im Spiel!

 

Gehen wir wieder davon aus, dass wir Vorbild für unsere Pferde sind, dann können wir von ihnen diese beiden gesund erhaltenden Qualitäten, also Geschmeidigkeit und positive Spannkraft, nur in dem Masse erwarten oder erhalten, wie wir sie uns selbst zu eigen gemacht haben.

 

So gibt es Themen in der Ausbildung von Reiter und Reiterin, die sich nicht oder nur sehr begrenzt im Sattel lösen lassen. Dazu gehört auch unsere körperliche Geschmeidigkeit und Spannkraft. Viele Menschen haben ihre Geschmeidigkeit und Spannkraft aus den Augen verloren. Ihre Brustwirbelsäule ist gerundet, ihr Becken kippt nach hinten weg, ihr Brustbein ist eingesunken und das Zwerchfell schlapp, die Füsse drehen sich nach aussen, Schulter- und/oder Becken stehen schief, der Kopf ist nach vorne geschoben.

 

All diese „Fehlstellungen“ muss der Körper auf irgendeine Art und Weise kompensieren. Dabei werden Gelenke überbelastet, bestimmte Muskelpartien müssen Mehrarbeit leisten, und auf einzelne Bänder wirkt zu viel Zug. So entstehen z. Bsp. Nackenverspannungen, Rücken- oder Gelenkschmerzen. Viele dieser Beschwerden stehen in direktem Zusammenhang mit mangelnder Aufspannung unseres Körpers.

 

Bei Pferden ist das ganz genauso.

Da jedes Pferd von Natur aus "schief" ist, werden auch hier Gelenke, Muskeln und Bänder unausgewogen beansprucht. Deshalb ist für mich das Geraderichten und die positive Aufspannung des Rumpfes das Herzstück in der Ausbildung und Gymnastizierung, deren ursprünglicher Zweck die Gesunderhaltung des Pferdes ist.

 

Für ein Pferd, das keinen Reiter tragen muss, ist die natürliche Schiefe kein Problem und von der Schöpfung wohldurchdacht.

Soll jedoch aus einem Pferd ein Reitpferd werden, sind wir dafür verantwortlich uns Wissen, Können und einen gewissen Grad an Fitness anzueignen, damit es durch unseren Wunsch, reiten zu wollen, keinen Schaden nimmt.

 

Es gibt viele verschiedene Wege und Methoden, unserem Körper Geschmeidigkeit und Aufspannung, man könnte auch sagen „Aufrichtung“, angedeihen zu lassen. Meine, zu mir passende Idealkombination ist Yoga für die Beweglichkeit und Spannkraft, einige gezielte Kraftübungen die meinen Rumpf und mein Sitzzentrum stärken und Joggen, um konditionell mithalten zu können.

 

Ich habe das grosse Glück, Mirjam Weber als Lebenspartnerin, wie auch beruflich, an meiner Seite zu haben. Als Reiterin, Yoga-Lehrerin und Coach für Körperhaltung und persönliches Wachstum (www.be-present.ch), konnte sie schon vielen meiner ReitschülerInnen bei ihren Themen, behilflich sein.

 

An dieser Stelle möchte ich bemerken, dass unsere Körperhaltung auch immer im direkten Bezug zu unserer inneren geistig und emotionalen Haltung steht. Unsere äussere Haltung kann uns somit Hinweise auf unsere innere Haltung und Befindlichkeit geben und umgekehrt. Erhält die eine Ebene einen positiven Impuls, wirkt sich dieser auch auf die anderen Ebenen positiv aus. Somit ist die äussere Haltungsschulung als ein Aspekt einer umfassenden, ganzheitlichen Herangehensweise zu betrachten.

 

Sich seiner Haltung im Alltag oder im Sattel gewahr zu sein gibt ein gutes Gefühl und hilft uns dabei, unser „Körperglück“, wie es Benita Cantieni in einem ihrer Bücher nennt, zurück zu erobern. Durch einen aufgespannten Körper sind Blut-, Lymph- und Nervenbahnen durchlässig, die gesamte Lebensenergie kann frei fliessen, und dieses Im-Fluss-Sein unterstützt wiederum mein Pferd, auch sich selbst freier und geschmeidiger zu bewegen.

 

Meine Vorbilder in Sachen Beweglichkeit, Aufspannung und Ferderkraft sind BalletttänzerInnen und TrampolinspringerInnen.

 

 

 

  

 

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